NadirAlphaNA EN · DE · ES · FR · HI · 中文 · عربي · PL
Anzeige
Anzeige

Block E · Derivate

‹ Finanzmarkt-Handbuch: Übersicht

Unabhängige Arbeitsunterlage. Genannte Produkt- und Funktionsnamen sind Marken ihrer jeweiligen Inhaber. Keine Anlageberatung.

Derivate leiten ihren Wert von einem Basiswert ab; sie verschieben Risiken zwischen Marktteilnehmern; dasselbe Instrument kann absichern oder spekulieren, entscheidend ist die Gegenposition im Portfolio.

59 · Futures

Definition: Börsengehandelte, standardisierte Termingeschäfte mit täglichem Margin-Ausgleich über eine zentrale Gegenpartei.

Verwendung: Schnelle, günstige Steuerung von Quoten (Aktien-Beta, Duration) ohne Kassabestand zu bewegen; Absicherung.

Chancen: Hohe Liquidität; kaum Kontrahentenrisiko (Clearing); geringe Kosten.

Risiken: Hebelwirkung; Nachschusspflichten; Rollkosten.

Typischer Fehler: Kontraktwert unterschätzen; ein Future bewegt ein Vielfaches der hinterlegten Margin.

Siehe auch: 146 · Duration-Steuerung & Bond-Ladderin · 163 · Absicherung mit Derivaten (Anwendu

60 · Forwards

Definition: Individuell vereinbarte, außerbörsliche (OTC) Termingeschäfte ohne Standardisierung.

Verwendung: Maßgeschneiderte Absicherung (Betrag, Termin); Standard im FX-Hedging.

Chancen: Exakte Passung.

Risiken: Kontrahentenrisiko; keine tägliche Bewertungstransparenz; Bindung bis Fälligkeit.

Typischer Fehler: Forward-Kurs als Marktprognose lesen; er folgt aus der Zinsdifferenz, nicht aus einer Erwartung.

61 · Optionen (Call/Put, Grundlagen)

Definition: Recht (nicht Pflicht), einen Basiswert zum Strike zu kaufen (Call) oder zu verkaufen (Put); Preis = innerer Wert + Zeitwert.

Verwendung: Absicherung mit begrenzten Kosten (Put), Renditeoptimierung (Stillhalter), asymmetrische Positionen.

Chancen: Definierter Maximalverlust als Käufer; Flexibilität.

Risiken: Zeitwertverfall; Volatilität als eigene Risikoquelle; als Stillhalter theoretisch unbegrenztes Risiko.

Typischer Fehler: Optionen nur über die Kursrichtung denken; Volatilität und Restlaufzeit bestimmen den Preis mit.

Siehe auch: 200 · Optionspreistheorie-Grundidee (Bla · 110 · Volatilität (historisch/implizit)

62 · Optionsstrategien (Covered Call, Protective Put, Collar)

Definition: Kombinationen aus Basiswert und Optionen: Covered Call (Bestand + Call verkauft), Protective Put (Bestand + Put gekauft), Collar (beides).

Verwendung: Zusatzertrag auf Bestände, Absicherung, kostenreduzierter Teilschutz.

Chancen: Planbare Profile; Prämieneinnahmen.

Risiken: Covered Call kappt Aufwärtspotenzial; Put-Kosten zehren Rendite; Collar friert beide Seiten ein.

Typischer Fehler: Covered Calls in stark steigenden Märkten als "verlustfrei" empfinden; die Opportunitätskosten sind real.

Siehe auch: 110 · Volatilität (historisch/implizit) · 147 · Absicherungsstrategien (Hedging-Üb

63 · Optionsscheine

Definition: Verbriefte Optionen einer Bank (Emittentenprodukt), meist für Privatanleger; wie Zertifikate Schuldverschreibungen.

Verwendung: Kleinteiliger Options-Zugang ohne Terminmarktkonto.

Chancen: Kleine Stückelungen.

Risiken: Emittentenrisiko; Spreads und implizite Vola vom Emittenten gestellt; Kostenintransparenz.

Typischer Fehler: Optionsschein-Preise nicht gegen die börsengehandelte Option benchmarken.

64 · Zinsswaps (IRS)

Definition: Tausch fester gegen variable Zinszahlungen auf einen Nominalbetrag; Kerninstrument des Zinsmarkts.

Verwendung: Zinsbindung steuern (fest/variabel), Duration-Overlay, Bewertungsreferenz (Swapkurve).

Chancen: Große Liquidität; ohne Kapitalbewegung.

Risiken: Barwertschwankung; Clearing-/Margin-Pflichten (EMIR); Basisrisiken.

Typischer Fehler: Swap "kostenlos" nennen; der Festsatz enthält die Marktzinserwartung plus Marge.

Siehe auch: 146 · Duration-Steuerung & Bond-Ladderin · 90 · Leitzinsen & Zinsentscheide

65 · Währungsswaps (Cross Currency)

Definition: Tausch von Kapital und Zinszahlungen in zwei Währungen; enthält die Cross-Currency-Basis als eigenen Preisfaktor.

Verwendung: Langfristige Finanzierung/Anlage in Fremdwährung absichern.

Chancen: Vollständige FX- und Zinssicherung.

Risiken: Basisschwankungen; Kontrahenten-/Besicherungsaufwand.

Typischer Fehler: Absicherungskosten nur aus Zinsdifferenz schätzen und die Basis vergessen.

66 · Credit Default Swaps (CDS)

Definition: Versicherung gegen den Ausfall eines Schuldners; Prämie (Spread) gegen Ausgleichszahlung im Kreditereignis.

Verwendung: Kreditrisiko absichern oder gezielt eingehen; Marktbarometer für Bonität (CDS-Spread).

Chancen: Kreditrisiko separat handelbar.

Risiken: Definition des Kreditereignisses; Basis zum Bond; Kontrahentenrisiko.

Typischer Fehler: CDS-Spread und Anleihe-Spread gleichsetzen; die Basis dazwischen kann groß und persistent sein.

Siehe auch: 153 · Kreditrisiko-Parameter (PD, LGD, E · 118 · S&P Global Ratings (Skala AAA-D)

67 · Total Return Swaps

Definition: Tausch der Gesamtrendite eines Assets (Kurs + Erträge) gegen einen Referenzzins.

Verwendung: Synthetische Exposure ohne Besitz (z.B. in Fonds/ Zertifikaten); Finanzierung; Leerverkaufsersatz.

Chancen: Zugang und Effizienz.

Risiken: Kontrahenten- und Besicherungsrisiko; Intransparenz (Archegos 2021 als Lehrstück).

Typischer Fehler: Synthetische Replikation in Produkten übersehen; DES/Prospekt prüfen.

68 · Swaptions

Definition: Option auf den Abschluss eines Zinsswaps (Payer/Receiver).

Verwendung: Bedingte Zinssicherung (z.B. Absicherung gegen Zinsanstieg nur falls nötig); Steuerung von Konvexität.

Chancen: Flexibilität gegen Prämie.

Risiken: Prämienverfall; Komplexität der Vol-Fläche.

Typischer Fehler: Swaption-Prämien ohne Blick auf die implizite Zinsvolatilität beurteilen.

69 · Caps/Floors

Definition: Zinsobergrenze (Cap) bzw. -untergrenze (Floor) auf einen Referenzzins gegen Prämie; Serie von Zinsoptionen (Caplets).

Verwendung: Variable Finanzierungen deckeln; Mindestverzinsung sichern.

Chancen: Schutz bei erhaltener Chance.

Risiken: Prämienkosten; Wirkung erst ab Strike.

Typischer Fehler: Cap-Kosten nicht auf die Effektivverzinsung der Finanzierung umrechnen.

70 · Strukturierte Produkte (Aufbau)

Definition: Kombination aus Zinsinstrument + Derivaten zu einem Auszahlungsprofil (siehe Zertifikate, Punkt 57); hier die Konstruktionslogik: Zero Bond + Optionen.

Verwendung: Profile nach Maß (Schutzniveau, Partizipation, Kupon).

Chancen: Fast beliebige Profile darstellbar.

Risiken: Preis der Komponenten intransparent; Liquidität; Emittentenrisiko.

Typischer Fehler: Produkte kaufen, deren Profil man nicht selbst aus Komponenten skizzieren kann.

Siehe auch: 57 · Zertifikate (Struktur, Emittentenr

71 · Hebelprodukte (Knock-outs, Faktor)

Definition: Produkte mit konstantem Hebel (Faktor) oder Barriere (Knock-out: wertlos bei Berührung).

Verwendung: Kurzfristige Spekulation/taktisches Trading; kein Anlageinstrument.

Chancen: Hohe Gewinnhebel; geringes Kapital.

Risiken: Totalverlust per Knock-out; Pfadabhängigkeit bei Faktor-Produkten (Seitwärtsverluste); Emittentenrisiko.

Typischer Fehler: Faktor-Zertifikate länger halten; die tägliche Hebelung zerstört Rendite in Seitwärtsmärkten.

Siehe auch: 201 · Verlustaversion & Dispositionseffe

‹ Zurück zur Übersicht